Demjenigen, der sich zum ersten Mal nach Caorle begibt, fällt sofort ins Auge, dass die Stadt kein anonymer Badeort, der den Strand zu seiner Hauptattraktion gemacht hat, sondern ein kleines, freundliches Städtchen, welches die Tradition eines alten Fischerhafens mit seinen lang überlieferten Sitten und Bräuchen bewahrt hat.

Ein Beispiel dafür liefert die heimische Küche mit einer Vielfalt an kulinarischen, von den Köchen Caorles mit größter Sorgfalt und viel Können zubereiteter Spezialitäten.

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Die Basis eines jeden Gerichts ist der Fisch, der in reicher Menge auf dem heimischen Fischmarkt zu finden ist, welcher von zahlreichen Fischerkuttern tagtäglich beliefert wird.

Unumstritten ist der Geschmack und der hohe Nährwert dieses von Köchen und Diätetikern sehr geschätzten Lebensmittels, denken wir nur an die vielen Arten von Meeresfrüchten wie die Jakobsmuscheln, die „Moscardini“ (kleine Kraken) die „Canestrelli (Schalentiere) – wahre Delikatessen, die die Herzen vieler Feinschmecker höher schlagen lassen.

Um Schmackhaftigkeit und Bekömmlichkeit einiger Fischgerichte zur Geltung zu bringen, wurde seitens einer Gruppe von Restaurantbetreibern anlässlich einiger im vergangenen Jahr in der Altstadt durchgeführten önogastromischen Veranstaltung ein Markenzeichen ins Leben gerufen, das für garantierte kulinarische Qualität bürgt und Restaurants als besonders lohnenswert für typische Gaumenfreunden ausweist. Bei dieser Veranstaltung wurden verschiedene Fischspezialitäten präsentiert, u.a. „Broetto“ eine Art Fischsuppe, die die heimischen Fischer während der langen Seefahrten zu ihrer Hauptspeise gemacht haben.

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Weitere Fischspezialitäten sind „Speo e bisato“ (Aal am Spieß), ein altes Rezept, welches lange Garzeiten erfordert und einst in den „casoni“ (Fischerhütten) zubereitet wurde, die gemischte Fischfrittüre, die frittierten „masenette“ (kleine Krabben), sowie der Fisch vom Grill.

 

Außerdem bietet die heimische Küche zahlreiche Gerichte nach alter venezianischer Tradition, die die Caorlotti in vielen Varianten und besonders sorgfältig zubereiten können.

Noch ein typisches Gericht sind die schmackhaften „Sardee in saor“ (gebratene in Zwiebeln eingelegte Sardinen), die „bigoi in salsa“ (Nudeln mit Heringen), „Spaghetti mit pevarase“ Spaghetti mit Venusmuscheln, Spaghetti mit Scampi (Busera) Nudeln mit „Zotoi“ (kleinen Kalmaren), Bandnudeln mit Krabben, Risotti mit Meeresfrüchten bzw. Tintenfisch und schwarzer Tintensauce. Auch bei den „Antipasti“ (Vorspeisen) hat man die Qual der Wahl: Seespinnen, Miesmuscheln, Venusmuscheln, Heuschreckenkrebse. Falls Sie also in der Herbst– und Frühlingszeit ein paar Tage in Caorle verbringen sollten, verpassen Sie es nicht, an einer in der Altstadt organisierten gastronomischen Veranstaltungen teilzunehmen, die Ihren Gaumen mit kulinarischen Hochgenüssen in festlicher Atmosphäre bestimmt erfreuen werden.

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Auch das unmittelbare Hinterland, das aufgrund des milden Klimas sowie der Beschaffenheit eines überaus sandigen und tiefen Schwemmlandes ideale Voraussetzungen für den Obst- und Gemüseanbau aufweist, bietet eine reiche Auswahl an kulinarischen Spezialitäten an.

Der weiße Spargel (ein heimisches Rezept sind Eier mit Spargel oder Risotto mit Spargel), Erbsen, Paprika, Zucchini, Auberginen, Tomaten, Grüner Salat, Radicchio, sowie die köstlichen venezianischen Birnen, der weiße Pfirsich aus Venedig, saftige Melonen und Wassermelonen, deren Produktion in den letzten Jahren stark gestiegen ist, gedeihen in diesem Gebiet prächtig.

Aufgrund des zunehmenden Anbaus von Lokalerzeugnissen wurde in dem in unmittelbarer Nähe von Caorle gelegenen Landwirtschaftsbetrieb „Chiggiato“ eine Einrichtung zur Vermarktung der auf diesem Gebiet hergestellten Landwirtschaftserzeugnisse eröffnet.

 

Infolge eines gemeinsamen von der Provinz Venedig und dem benachbarten Slowenien durchgeführten Projekts, dessen Ziel darin besteht, die önogastronomische Kultur dieser Regionen für Besucher leichter zugänglich zu machen, wurde der Landwirtschaftsbetrieb Chiggiato, in dem das ganze Jahr über önogastronomische Veranstaltungen organisiert werden, Sitz einer dauerhaften Ausstellung von Landwirtschaftsprodukten, die in diesen Anbaugebieten sowie in Slowenien hergestellt werden.

Nur wenige Kilometer von Caorle entfernt liegt das Weingut Ca’ Corniani, das man auch mit dem Fahrrad dank der in letzter Zeit angelegten Fahrradwege bequem erreichen kann.

Hier werden Mais, Soja und Weizen angebaut, Aale gezüchtet, sowie ausgezeichnete Weine hergestellt, die man in den kürzlich renovierten Weinkellereien jederzeit verkosten kann.

Außerdem befinden sich verstreut im ganzen Hinterland viele kleine Landwirtschaftsbetriebe, wo alte Traditionen bewahrt werden, wie z. B. Schweine am Winteranfang zu schlachten, so dass man hier verschiedene Wurstsorten, u.a. Salami, „Sopressa“ Presswurst, Ossocolli (durchwachsener Schweinekamm) „Musetti“ (Brühwurst aus Schweinefleisch), „Figadei“ (Wurst mit Leber) sowie ausgezeichnete Bioprodukte eigener Herstellung erwerben kann.

Nachdem wir uns ausführlich den kulinarischen Spezialitäten gewidmet haben, kommen wir nun nicht umhin, auf das Getränk aller Getränke, nämlich den Wein zu sprechen zu kommen.

Reich ist die Auswahl an vorzüglichen heimischen Weinen, die man Ihnen passend zu den verschiedenen Gerichten anbieten wird.

Was die Weinproduktion betrifft, befindet sich Caorle in strategischer Lage. Nicht weit entfernt befindet sich das Doc-Gebiet der Piave-Weine, wo in vielen kleinen Weingütern renommierte Weine wie Cabernet Franc, Cabernet Souvignon, Raboso, Pinot nero, Pinot grigio, Merlot, Tocai friulano, Verduzzo und Chardonnay hergestellt werden.

Wenige Kilometer von der Altstadt von Portogruaro befindet sich das Doc-Gebiet Lison-Pramaggiore, das die Straße der Dogenweine genannt wird.. An dieser Straße findet man zahlreiche Raststationen, die mit dem „Markuslöwen“ eigens beschildert sind, und wo man neben den bereits erwähnten auch Weine wie Malbech, „Refosco dal peduncolo rosso“ und Verduzzo kosten und erwerben kann.

Ein besonderer Stellenwert kommt auch der Käseproduktion zu. Nicht weit entfernt von Caorle befinden sich drei handwerkliche Käsereien: eine liegt in Porto Santa Margherita, eine Molkereigenossenschaft befindet sich in Annone Veneto und eine zweite in Summaga. In dieser letzten wird Summaghella, ein ausgezeichneter Frischkäse hergestellt. Typische heimische Käsesorten sind der „Latteria“, der „Pincion“, ein scharfer, aromatischer Käse, sowie der „Ubriaco“ (betrunken) dessen Ursprung auf eine Zeit zurückgeht, in der die Bauern den Käse mit Most, Raboso, Cabernet und Merlotresten ansetzten, damit die Käsekruste die Farbe dunkelviolett annehmen konnte.