Die so genannte „Venetische Küstenstraße“ verbindet das Po-Delta mit dem Golf von Triest.

Sie hat ihren natürlichen Ursprung in der venezianischen Lagune, verläuft über das Hinterland von Ostvenetien, wird von den Flüssen Tagliamento, Lemene, Piave, Sile durchquert, die mit ihren Nebenflüssen und den im Laufe der Zeit entstandenen Kanälen ein überaus wichtiges Flussnetz bilden, welches zum großen Teil schiffbar ist.

Dank dieser zahlreichen Flussarme kann man auch mit dem Boot einzigartige Orte von historischem und landschaftlichem Interesse erreichen. Der Fluss Lemene, der Städte wie Portogruaro, Concordia Sagittaria durchquert, die Livenza, die über S. Stino di Livenza, Torre di Mosto fließt und bei Porto Santa Margherita einmündet; der Piave, der durch Noventa, Fossalta, Musile, S.Donà und Eraclea verläuft. Der Tagliamento, der die Grenze zum Friaul bildet und S. Giorgio, S.Michele und Cesarolo durchfließt, bis er bei Bibione in die Adria einmündet. Und schließlich der Fluss Sile, der Caposile und Jesolo streift und die venezianische Lagune durchschlängelt.

Landschaften von einmaliger Schönheit bieten die Lagune von Caorle, das Gebiet Vallesina bei Bibione, die Lagune del Mort bei Eraclea Mare und die nördliche Lagune Venedigs, die bis zum Gemeindegebiet von Jesolo reicht. Das gesamte westliche Gebiet, das die Stadt S. Donà di Piave umkreist, ist dank der Flüsse Sile und Piave, dem Cavetta-Canal und dem alten Wasserlauf der Piave schiffbar.

Die Wasserläufe fließen ruhig und die Ufer sind gesäumt mit Trauerweiden, Pappeln und Schilfrohr, ein ideales Habitat für Wasservögel.

Im westlichen Gebiet bei Portogruaro, am Fluss Lemene vorbei, befinden sich zwischen der Livenza und dem Tagliamento weiträumige, eingedämmte Wasserspiegel, Teiche, Seen, Lagunen, Salzgewässer, die über schiffbare Kanäle mit den Flüssen verbunden sind. Ein dichtes Wassernetz, durch das man das Land und seine faszinierenden Sehenswürdigkeiten erkunden kann.

Die Landschaften, auf die man trifft, wenn man die Wasserläufe entlangfährt, wechseln sich entsprechend des menschlichen Eingriffs ab. Man stößt leicht auf die für diese Gegend typischen Tätigkeiten wie den Fischfang mit Senknetzen oder dringt in noch unberührte Landschaften, wie Flussauen und Lagunen.

Typisch für die Gegend sind die „Hydraulikmaschinen“ oder besser bekannt als Wassersaugpumpen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erbaut wurden, die Schiffschleusen sowie die Brücken, die seit jeher ein Symbol für die Vereinigung verschiedener Kulturen, Traditionen und manchmal auch verschiedener Sprachen darstellen.

Beinahe sämtliche Überführungen sind passierbar, andere hingegen, wie die Überführung in Brian, verwehren die Schifffahrt auf der Livenza Morta.

Viele Seekarten und Informationsbroschüren über die Wasserstraßen und über die verschiedenen Möglichkeiten für Bootsausflüge sind vorhanden, unentbehrliche Ratgeber und Wegweiser, die Angaben über einen sicheren Ausflug und eine Menge Tipps und Hinweise enthalten, deren Zweck es ist, diese empfindliche und zerbrechliche Umgebung vor jeglichen von den Menschen verursachten Schäden zu schützen.

Man muss sich vor allem vergewissern, dass die Rettungsausrüstung komplett und für die Nutzung bereit ist, dass das Boot in gutem Zustand ist und dass genug Treibstoff für die geplante Fahrt vorhanden ist. Die Notfallausrüstung sowie einige Nahrungsmittel, allen voran Wasser, besonders im Sommer wenn die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch sind, dürfen nicht fehlen.